Im Klebeband-Converting wird viel über Materialien gesprochen: über Klebstoffsysteme, Träger, Liner oder Mehrlagenaufbauten. Was dabei häufig unterschätzt wird, ist ein vergleichsweise kurzer Abschnitt im Prozess – der Rollenwechsel. Genauer gesagt: der Spleiß.
Dabei entscheidet genau dieser Übergang darüber, ob ein Prozess stabil durchläuft oder regelmäßig zum Stillstand kommt. Der Spleiß ist kein Detail am Rand, sondern ein zentraler Faktor für Serienfähigkeit und Prozesssicherheit.
Beim Spleißen werden zwei Klebebandbahnen miteinander verbunden, um eine kontinuierliche Verarbeitung zu ermöglichen.
Konkret heißt das: Eine Klebebandrolle läuft in der Maschine ab. Ist diese Rolle verbraucht, muss eine neue Rolle angesetzt werden, damit der Prozess nicht unterbrochen wird. Dazu wird das Ende der laufenden Rolle mit dem Anfang der neuen Rolle verbunden – dieser Übergang wird als Spleiß bezeichnet.
Typischerweise geschieht das beim Rollenwechsel, entweder im Stillstand oder während die Maschine weiterläuft.
Wichtig dabei: Der Spleiß ist kein Produktmerkmal, sondern ein prozesskritischer Übergang innerhalb der Fertigung. Er beeinflusst nicht das Endprodukt an sich, sehr wohl aber den Weg dorthin.
Ein nicht sauber ausgelegter Spleiß kann dazu führen, dass die Bahn reißt, die Maschine stoppt, Werkzeuge beschädigt werden oder Maßabweichungen und Ausschuss entstehen.
Beim Stoßspleiß werden zwei Materialenden ohne
Überlappung miteinander verbunden.
Vorteile
Nachteile
Stoßspleiße eignen sich vor allem dort, wo
Dickenänderungen kritisch sind.
Beim Überlappspleiß überlappt das neue Material das alte,
meist verbunden durch ein Spleißband.
Vorteile
Nachteile
Die Wahl zwischen Stoß- und Überlappspleiß ist immer
eine prozessabhängige Entscheidung.
Die häufigste Variante. Spleißbänder sind spezielle doppelseitige Klebebänder mit:
Entscheidend ist dabei nicht nur die Haftung, sondern:
Hier erfolgt die Verbindung ausschließlich über den Abdeckliner, nicht über das Produkt selbst.
Vorteile
Einschränkungen
Liner-Spleiße werden eingesetzt, wenn das Produkt selbst nicht beeinflusst werden darf.
Der Spleiß erfolgt direkt über das Klebebandprodukt.
Diese Variante ist möglich, aber kritisch und selten genutzt:
Produktspleiße sind meist nur akzeptabel, wenn die Spleißstelle später sicher ausgeschleust wird.
Ein Spleiß ist unvermeidbar. Entscheidend ist jedoch, wo er im Prozess liegt.
Ein falsch positionierter Spleiß kann das Werkzeug beschädigen, Maßabweichungen verursachen und ungeplante Stillstände auslösen.
In der Praxis bedeutet das:
Damit ein Spleiß kontrolliert verarbeitet werden kann, muss er erkannt werden. Ziel der Detektion ist nicht, den Spleiß zu vermeiden, sondern ihn gezielt durch den Prozess zu führen.
Typische Methoden:
Ein detektierter Spleiß ermöglicht es, rechtzeitig zu reagieren, bevor kritische Prozessschritte erreicht werden.
Viele Spleißprobleme zeigen sich nicht sofort, sondern erst im Serienbetrieb:
Häufig liegt die Ursache nicht im Material, sondern im fehlenden Verständnis für das Zusammenspiel von Material und Prozess.
Spleißen ist im Klebeband-Converting kein Nebenthema, sondern ein entscheidender Faktor für die Prozessstabilität und die Serienfähigkeit. Ein guter Spleiß zeichnet sich dadurch aus, dass er zuverlässig hält. Ein sehr guter Spleiß geht jedoch noch weiter: Er ist von Anfang an geplant, exakt positioniert und sicher detektiert.
Wir stehen Ihnen von Beginn an zur Seite und unterstützen Sie bei jedem Schritt des Prozesses.
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