Klebebandauswahl

10 Dinge, die sie berücksichtigen sollten bei der Klebebandauswahl

1. Verbindungsart

Welche Art von Verbindung wird benötigt?

Zu Beginn muss geklärt sein, ob es sich um eine temporäre, langfristige oder strukturelle Verklebung handelt. Die Klebstoffe und Trägermaterialien sind auf unterschiedlichste Einsatzzwecke und -dauern ausgelegt. Sie unterscheiden sich daher in vielen Eigenschaften, die vorab feststehen müssen, um das bestmögliche Material für die Anwendung zu ermitteln. 

Gleiches gilt, auch für den Einsatz von selbstklebendem Material als Schutzfolie.

2. Oberflächenart

Welche Oberflächen sollen miteinander verbunden werden? Haben sie eine hohe oder niedrige Oberflächenspannung bzw. -energie und wie ist ihre Oberflächenbeschaffenheit? 

OBERFLÄCHENSPANNUNG

Je nach Oberflächenenergie/ bzw. -spannung kann es nötig sein, das Material einer Vorbehandlung zu unterziehen, um eine optimale Verklebung zu ermöglichen. Hochenergetische Oberflächen lassen sich meist problemlos verkleben, niederenergetische Oberflächen hingegen eher schlecht.

Sie können jedoch mit einer Plasma-Behandlung oder durch den Einsatz von Haftvermittlern auf die Verklebung vorbereitet werden. Mehr zu diesem Thema gibt es in unserem Blogbeitrag zum Thema Oberflächenspannung.

Struktur

Auch die Struktur der Oberfläche, die verklebt werden soll, muss betrachtet werden. Ist sie eher rau, muss das Klebeband eventuell ausgleichend wirken. In diesen Fällen kann eine weiche Klebemasse oder ein flexibles und weiches Trägermaterial genutzt werden.

Wärmeausdehnung

Darüber hinaus muss das Wärmeausdehnungsverhalten berücksichtigt werden, welches je nach Material unterschiedlich sein kann und daher gegebenenfalls auch vom Klebeband ausgeglichen werden muss.

3. Temperatur

Welchen Temperaturen ist die Verbindung kurz- und langfristig ausgesetzt?  

Die Einflüsse der Temperatur auf eine Verklebung sind hoch, daher muss klar sein, welcher Wärme oder Kälte das Material ausgesetzt sein wird. Ist die Temperatur zu hoch, kann die Klebemasse weich werden und schließlich ihre Klebkraft verlieren. Ist sie zu niedrig, wird die Klebemasse hart und ist nicht mehr flexibel bzw. formbar und verliert ihre dämpfenden Eigenschaften.

 

4. Materialstärke

Wie dick oder dünn soll das Tape sein? Erfordert die Anwendung eine sehr dünne Verklebung oder soll das Material eine Lücke füllen? 

Je nach Anwendung kann ein Material gewählt werden, das sich genau an die geforderten Bedingungen anpasst

Dicke und weiche Materialien können beispielsweise Unebenheiten sowie Spannungen ausgleichen und gleichzeitig eine dämpfende sowie vibrationsabsorbierende Wirkung haben.

Ist hingegen wenig Platz vorhanden, und die Verbindung soll möglichst dünn ausgelegt sein, können wir auf hauchdünnes und dennoch leistungsstarkes Klebeband zurückgreifen und es in die gewünschte Form bringen, damit es genau für Ihre Anwendung passt.

 

5. Kräfteeinwirkung

Welche Kräfte wirken auf die Verbindung?

Es wird zwischen Scher-, Zug-, Schäl-, und Spaltkraft differenziert. Die Belastungsarten wirken sich auf die Leistung der Klebeverbindung aus. Auch dies muss bei der Wahl des Klebebands berücksichtigt werden.

 

6. Lösemittel

Kommt die Verklebung mit Lösemitteln in Kontakt? Wenn ja, welche und in welcher Konzentration?

Bei der Nutzung von Lösemitteln ist Achtung geboten. Gegenüber diesen sind Klebebänder hoch sensibel, da es sowohl das Trägermaterial als auch polymere Haftklebstoffe aufquellen lässt oder diese sogar lösen kann. Auch der Untergrund beeinflusst die Lösemittelbeständigkeit der Verklebung.

 

7. UV- und Witterungsbeständigkeit

Wie hoch ist die UV-Belastung der Anwendung? Ist sie Feuchtigkeit ausgesetzt?

Soll das Material im Außenbereich eingesetzt werden, ist zu berücksichtigen, dass es Belastungen durch Feuchtigkeit und UV-Strahlung ausgesetzt sein kann.

Der Einfluss von UV-Strahlung kann schwere Folgen für die Verklebung haben. Trägermaterial und Klebemasse können sich verändern und schlimmstenfalls nicht mehr entfernt werden. Daher ist es wichtig, auf eine gute UV-Beständigkeit zu achten.

Um die Verklebung vor Feuchtigkeit zu schützen, können Haftvermittler eingesetzt werden, die dafür sorgen, dass keine Feuchtigkeit in die Klebefuge eindringt.

 

8. Besondere Anforderungen

Soll das Material besondere Eigenschaften aufweisen und beispielsweise thermisch/elektrisch leitfähig oder isolierend sein? Muss das Material oder der Liner eine bestimmte Farbe haben?

Oft ist gar nicht bekannt, dass selbstklebende Materialien mehr können als nur verbinden. Daher sollte von vornherein berücksichtigt werden, ob die Verbindung noch mehr leisten kann, als „nur“ Verkleben.

Darüber hinaus können auch optische Merkmale entscheidend sein. Entspricht die Farbe des Liners nicht dem Wunsch des Kunden, tauschen wir diesen, sodass sich damit zum Beispiel baugleiche Teile unterscheidbar machen.

9. Spezifikationen

Muss das Tape bestimmte Spezifikationen erfüllen, UL-gelistet sein oder sind Zertifizierungen gefordert?

All diese zusätzlichen Informationen sind entscheidend für die Auswahl und sollten so früh wie möglich mit in die Auswahl einbezogen werden.

10. Zeitrahmen

Welche Stückzahl wird benötigt und welche Lieferzeiten müssen eingehalten werden?

Um eine optimale Planung und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, muss klar sein, wie hoch die gesamte Stückzahl ist, ob es einen Rahmenauftrag mit Lieferabrufen geben soll, wohin die Ware geliefert werden soll und ob noch andere wichtige Punkte in der Logistik zu berücksichtigen sind. Nicht jedes Material ist sofort verfügbar und es kann sein, dass lange Lieferzeiten eingeplant werden müssen.

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Annkathrin Grube

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