Wärme-/Isolierstoffklasse

Eine Wärme- bzw. Isolierstoffklasse spezifiziert Isolierstoffe (auch Klebebänder) hinsichtlich ihrer maximalen Einsatztemperatur. In elektrischen Bauteilen können hohe Temperaturen auftreten, die die Isolation beeinträchtigen oder zerstören. Die Isolierstoffe werden entsprechend ihrer Hitzebeständigkeit in Klassen mit unterschiedlichen Grenztemperaturen eingeteilt. Diese dürfen im Betrieb nicht dauerhaft überschritten werden. Die Werte müssen unterhalb der Schmelz- oder Zersetzungstemperatur liegen, aber auch niedrig genug sein, um ein Versagen aufgrund thermischer Alterung während der Lebensdauer des Bauteiles auszuschließen.

Die Isolierstoffklassen sollten nicht als Werkstoffkennwerte, sondern eher als Vergleichswerte angesehen werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass die charakteristischen Eigenschaften (Durchschlagsfestigkeit, Isolierwirkung, Klebkraft …) des Materials mit steigender Temperatur abnehmen und es für den Einsatzzweck schließlich nicht mehr geeignet ist. Im schlimmsten Fall führt es zum Versagen oder zur Zerstörung des Klebebands. Die Klassifizierung erfolgt auf Grundlage von Betriebserfahrung und Vergleichsprüfungen mit anderen Materialien. Die genauen Anforderungen sind in den entsprechenden Normen geklärt (DIN EN 60085 oder UL).

Werden Klebebänder beispielsweise in Elektromotoren im Industrieeinsatz genutzt, müssen diese meist eine Wärmeklasse von F oder H haben.