Auswahl des richtigen Klebebands

Wenn sie eine kurze und knappe Antwort erwartet haben, müssen wir Sie leider enttäuschen. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle – daher hilft es immer, einen Experten zu Rate zu ziehen. Dennoch verraten wir Ihnen hier schon einmal, was Sie unbedingt bei der Auswahl berücksichten sollten.

Welche Materialien sollen miteinander verklebt werden?

Je nach Materialart muss ein anderes Klebeband gewählt werden, da die Oberflächen eine unterschiedliche Oberflächenspannung und somit nicht alle die gleiche Grundlage für eine Verklebung aufweisen. Einige Oberflächen sind zudem noch beschichtet, was wiederum zu einer Veränderung der Rahmenbedingungen führt. Sogenannte niederenergetische Oberflächen (mehr dazu) lassen sich beispielsweise schlecht verkleben, können aber mit Hilfe einer entsprechenden Vorbehandlung optimal auf eine Verklebung vorbereitet werden.

Berücksichtigt werden sollte hier auch das Wärmeausdehnungsverhalten der zu verbindenden Materialien. Ist dieses sehr unterschiedlich, muss ein Klebeband gewählt werden, welches die verschiedenen Längenänderungen ausgleichen kann.

Welche Kräfte wirken auf die Verklebung?

Unterschiedliche Belastungsarten wirken sich auf die Leistung der Klebeverbindung aus. Auch dies muss bei der Wahl des Klebebands berücksichtigt werden. Bei den Belastungsarten wird zwischen Scher-, Zug-, Schäl- und Spaltkraft unterschieden. Scher- sowie Zugkraft sind sehr belastbar, da die Wirkungsfläche relativ groß ist. Schäl- und Spaltkräfte hingegen habe eine geringere Wirkungsfläche und halten daher nur geringeren Belastrungen stand. 

Wie ist die Beschaffenheit der zu verklebenden Oberfläche?

Ist die Oberfläche eher rau oder ist sie sehr glatt? Bei einer rauen Oberfläche sollte ein Klebeband mit weichem Haftklebstoff und/oder mit hohem Klebstoffauftrag gewählt werden. Dieses gelangt in die Unebenheiten der Oberfläche und ermöglicht somit eine höhere Klebkraft, da mehr Fläche benetzt wird. Entscheiden kann dabei auch die Wahl des Trägermaterials sein –  auch hier gibt es weiche und flexible wie beispielsweise Schaumträger, die eine gute Anpassung unterstützen.

Wie dick soll oder darf das Klebeband sein?

Bei der Wahl des Klebebands muss berücksichtigt werden, ob für die Verklebung nur wenig Platz zur Verfügung steht oder eventuell sogar ein Spalt damit ausgeglichen werden soll. Nicht jedes Material gibt es in jeder Stärke bzw. Dicke. Indem wir jedoch beispielsweise Materialien aufkaschieren ("stapeln") können wir die von Ihnen benötigte Materialstärke erreichen.

Welche Temperaturen herrschen vor?

Jedes Klebeband hält unterschiedlichen Temperaturen stand. Unterschieden wird dabei zudem zwischen Kurzzeit- und Langzeittemperaturbeständigkeit sowie dem entsprechenden Einsatz. Bei einem doppelseitigen Klebeband wird die Temperaturbeständigkeit hinsichtlich der Scherfestigkeit beurteilt, bei einem Maskierungsband hingegen beschreibt sie dessen rückstandsfreie Entfernbarkeit nach eine Stunde Temperaturbelastung.

Allgemein kann man sagen, dass ein Klebeband – solange die angegebenen Temperaturen nicht über bzw. unterschritten werden – die ursprünglichen Eigenschaften beibehält. Das Risiko bei zu hohen Temperatur ist beispielsweise, dass sich die Verklebung im schlimmsten Fall löst, weil der Klebstoff weich wird. Bei zu niedrigen Temperaturen hingegen können die dämpfenden Eigenschaften durch eine Verhärtung der Klebmasse verloren gehen, was bei einem Stoß zu einem Bruch der Verbindung führen kann.

Für einen hohen Temperaturbereich sind besonders Silikon- und Acrylat-Klebstoffe gut geeignet – Natur- sowie Synthesekautschuk sollten hier eher vermieden werden.

Spielen UV- und Witterungsbeständigkeit eine Rolle?

Ist die Verklebung UV-Strahlung oder auch Feuchtigkeit ausgesetzt, muss dies bei der Wahl des Materials berücksichtig werden. Feuchtigkeit kann eindringen und die Haftkraft der Verklebung reduzieren – vermieden werden kann dies durch die Wahl des geeigneten Materials sowie durch Vorbehandlung der zu verklebenden Oberfläche. Auch UV-Strahlung kann die Klebmasse sowie das Trägermaterial so stark schädigen, dass die Verklebung nach der maximal empfohlenen Verklebungszeit nicht mehr abgelöst werden kann. Daher sollten hier Klebebänder mit Trägern auch lichtundurchlässigem Material verwenden werden wie beispielsweise PVC.

An sich sind Acrylat- und Silikonklebstoffe für Einsatzbereiche, in denen UV-Strahlung und Witterungseinflüsse eine Rolle spielen, deutlich besser geeignet als Produkte auf Basis von Natur- oder Synthesekautschuk.

Kommt die Verklebung mit Lösemitteln in Kontakt

Hier ist besondere Aufmerksamkeit geboten, da die polymeren Haftklebstoffe oder das Trägermaterial durch Lösungsmittel quellen oder gelöst werden können. Da die Lösemittelbeständigkeit zudem davon abhängt, welche Untergründe miteinander verklebt werden, kann hier jedoch keine pauschale Richtlinie angegeben werden. Hier ist immer eine genaue Betrachtung aller Umstände durch einen Spezialisten notwendig, um eine sichere Verklebung zu gewährleisten.

Sie benötigen Hilfe?

Wie Sie sehen, ist Klebeband nicht gleich Klebeband und Nuancen entscheiden darüber, welches Material am besten geeignet ist. Wir empfehlen Ihnen daher, sich immer an einen Spezialisten für die Klebebandweiterverarbeitung zu wenden, um Ihren Ansprüchen in der Anwendung gerecht zu werden. Sie sparen damit Zeit, Geld und Nerven. 

Wenn Sie also überlegen zukünftig Klebebebend einzusetzen, doch noch nicht genau wissen, was sie benötigen und ob Ihre Wünsche überhaupt umgesetzt werden können, stehen wir Ihnen gern zur Seite. Wir finden das richtige Material und bringen es in die passende Aufmachung, um Ihren Prozess sicher, schlanker und langfristig kostengünstiger zu gestalten. 

 

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